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Hotel Rosalpina Dolomites
 

Von der Sehnsucht

In dieser Nacht habe ich wieder davon geträumt. Zum fünften Mal mittlerweile. Mindestens.

Ein stiller Traum. Nur leises, melodisches Vogelgezwitscher ist zu hören. Der Blick fällt auf Bäume. Viele. Kiefern. Tannen. Fichten. Lärchen. Alles buntgemischt. Der Sonne gelingt es kaum sich zwischen sie zu schieben. Sie schafft es aber doch. Und wirft ihr warmes Licht auch auf die schroffen Felswände der Berge ringsum. Der Duft nach Waldboden kitzelt sanft in der Nase und weckt Erinnerungen an längst vergangene Kindertage. Und dann die Füße. Barfuß. Eiskaltes, kristallklares Bergquellwasser umspielt zart meine Zehen. Das Gefühl nach Glück ist nahezu greifbar. Es ist so echt.

Davon zu erwachen, ernüchtert mich. Jedes Mal aufs Neue. Und ich finde mich wieder, liegend in meinem Bett zuhause, mit Blick auf die kahle Wand. Die Geräusche verstummt. Der Wohlgeruch verflüchtigt. Nur ein Hauch von Glück will noch nicht weichen. Ich will ihn festhalten. Es tut so gut.
 
"Mein Ziel aber ist das Draußen. Dort, wo der Traum, der mir so oft den Schlaf versüßte, sich erfüllen würde."
Nicht, dass ich mir es nicht leisten könnte. Noch heute könnte ich meine Koffer packen, in meinen Mercedes steigen und einfach losfahren. Dorthin, wo mein Traum eben nicht nur Traum ist, sondern Wirklichkeit. Aber die Umstände erlauben es nicht. Ich bin unabkömmlich. Werde überall gebraucht. Wichtig bin ich. Der Chef. Immer wieder sagt mir mein Gewissen: Es geht nicht. Nicht jetzt. Sicher aber bald. Das Bald ist noch immer nicht gekommen. Wird es das denn jemals? Wann?

Ich starre auf die Abrechnung vor mir. Starre ohne zu begreifen. Die Zahlen verschwimmen vor meinen Augen. Was wäre wenn…? Einfach alle Termine canceln. Was würde schon geschehen? Die Welt würde gewiss nicht untergehen. Aber mein Unternehmen? Ich hab doch gute Leute. Wer weiß, was das Leben noch für mich bereithält. Da sollte man sich doch sicherheitshalber noch ein, zwei Träume erfüllen. Die wichtigsten Punkte meiner „Was-ich-schon-immer-einmal-tun-wollte-Liste“ abhaken. Was wäre wenn…

Hastig schiebe ich das Blatt Papier von mir. Stoße mich mit den Füßen ab, sodass mein Bürostuhl mit Schwung zurückrollt. Nach kurzem Zögern stehe ich auf, nehme meine Jacke, laufe hinaus an den Empfang. Wann, wenn nicht jetzt. Ich muss den Moment nutzen. Mutig sein. Ich sage alle Termine ab. Ich sage, ich habe spontan im Ausland zu tun. Wichtiges. Nur ein paar Tage muss ich weg.

Und dann trete ich vor die Tür. Atme tief durch. Kann es nicht fassen. Bevor mich der Mut verlässt, steige ich in meinen Wagen. Ich weiß ganz genau, wo hin ich will. An einen Ort, den ich noch aus meiner Kindheit kenn. Damals, als es noch ganz einfach war glücklich und unbeschwert zu sein. Dorthin, wo mein Traum Realität ist.

Ich hol noch schnell ein paar Sachen, dann fahr ich los. Zuerst über die Autobahn, über den Brenner, nach Südtirol. Bei Brixen fahre ich hoch auf den Ploseberg. Idyllisch schlängelt sich die schmale Straße durch die Wälder. Vorbei an saftig grünen Wiesen. Ich öffne alle Fenster und inhaliere tief die frische, reine Bergluft. Der Wind zerzaust mein Haar. Die Freiheit ist schon fast bis in die Finger- und Zehenspitzen spürbar.

Endlich bin ich angekommen. Das Gebäude aus dunklem Holz, das damals noch etwas verloren im Wald stand und in dessen Nähe ich als Kind gerne spielte, ist heute ein wahres Refugium. Das mit seinem Charme eine Ruhe ausströmt, die direkt ins Herz dringt. Rosalpina Dolomites nennt es sich jetzt. Beschwingt trete ich durch die Tür. Herzlichkeit empfängt mich. Ich habe angerufen, sage ich. Nur ein gefühltes Augenzwinkern später stehe ich in einer Suite, die dezent nach Zirbenholz duftet. Mein Ziel aber ist das Draußen. Dort, wo der Traum, der mir so oft den Schlaf versüßte, sich erfüllen würde.
 

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13.06.2016
Stefan Hinteregger