Wir verwenden Cookies für die beste Nutzererfahrung. Es werden Cookies von Dritten eingesetzt, um Ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät zu. Informationen zu Cookies und ihrer Deaktivierung finden Sie hier.
 
Hotel Rosalpina Dolomites
 

Endlich das perfekte Haus gefunden!

Im Interview. Der Hausherr.

Ein lauer Sommerabend. Wunderschön wie eigentlich jeder Abend hier am Ploseberg. Die Bergspitzen der Villnösser Geisler sind in weiches, rötliches Licht getaucht. Ein sanftes Lüftchen weht den Duft der Natur direkt in meine Nase. Ein gutes Glas Wein steht auf dem Tisch und mir gegenüber sitzt Alois Hinteregger. Ein Mittfünfziger mit leicht grau meliertem Haar. Gekleidet im Habsburger Stil. Der Hausherr im Rosalpina Dolomites. Niemand kennt das stilvolle Haus hier am Ploseberg so gut wie er. Er hat es schließlich entdeckt und ausgebaut. Er kennt und bewahrt seine Geschichte. Hat ihm neues Leben eingehaucht. Und er hat sich damit wohl auch einen seiner größten Lebensträume erfüllt.

 
Schon seit meiner Ankunft im Hotel frage ich mich, wie Herr Hinteregger wohl zu seinem Rosalpina Dolomites, hier weit oberhalb von Brixen, gekommen ist. Der Moment ist günstig. Ich fasse mir ein Herz und frage ihn. Dann beginnt der Hausherr zu erzählen. Und fesselt mich. Von der ersten bis zur letzten Sekunde.

„Schon um die Jahrtausendwende herum habe ich öfters von den Berggipfeln der Plose aus ein altes, riesengroßes Dach eines Gebäudes bemerkt, das sich dort leicht oberhalb von Palmschoß im Wald versteckte. Immer wieder wenn ich daran vorbeigefahren bin, habe ich mich gefragt, was für ein Gebäude das wohl sein mag. In meiner Vorstellung, so dachte ich immer, müsste es ein Gebäude für das Plose Mineralwasser sein. Schließlich befand sich dessen Quelle ja auch dort irgendwo. Die Neugierde zu diesem Haus ließ mich nicht mehr los. Eines Nachmittags, es war im Sommer 2001, habe ich dann einfach an der Einfahrt angehalten. Bin ausgestiegen und über einen völlig verwachsenen Weg bis zu einem vermoosten Holzzaun vorgedrungen. Ich bin dann über den Zaun gestiegen und habe mich durch hohes Gestrüpp und vielen Brennnesseln zum Haus durchgekämpft.

Dann stand ich plötzlich davor. Wie Überwältigend. Der erste Anblick hat mich schon mehr als überrascht und fasziniert zugleich. Ein unbeschreiblich interessantes Gebäude zeigte sich. Über mehrere Jahrzehnte beeinflusst von den Kräften der Natur, eingewachsen und verdeckt. Verträumt wie in einem „Dornröschenschlaf“. Gut erkennbar die aufwändige Bauart. Wunderbar von der Sonne gebräuntes Holz. Eine überragende Größe und doch strahlte es eine seltene Leichtigkeit aus. Ich bin ins Haus eingestiegen. Und wurde wiederum außergewöhnlich überrascht. Trotz desolatem Zustand – das Haus musste schon viele Jahrzehnte verlassen und ungenutzt dastehen – waren die Räumlichkeiten angenehm und wunderschön. Hatten eine spürbar freundliche Atmosphäre. Gaben ein seltenes Gefühl von Geborgenheit. Alles an diesem Gebäude war irgendwie einzigartig, strahlte eine ganz besondere Anziehungskraft auf mich aus. Ich bin nach kurzer Zeit und voller Begeisterung wieder weitergefahren. Mit unzähligen Fragen im Kopf. Mit einem Gefühl im Bauch das ich bisher in dieser Art nicht kannte. Diese Entdeckung hatte mich in ihren Bann gezogen. Ich musste mehr über dieses Anwesen wissen, wollte die ganze Geschichte erfahren. Hintergründe und Zusammenhänge herausfinden. Eines war mir jedoch sofort klar: Hier musste es sich um etwas ganz „Besonderes“ handeln.“


„Haben Sie dann mehr über die Geschichte des Hauses herausgefunden?“

„Zunächst wusste ich nicht wie und wo“. Erst etwa 3 Wochen später fuhr ich wieder dieselbe Straße entlang. Und traf auf einen Bauern der unmittelbar darunter im Wald arbeitete. Ich hielt an und fragte ihn nach dem wunderschönen alten Gebäude. Er, der Zeit seines Lebens nur etwa 300 m entfernt davon gelebt hatte, wusste nahezu nichts darüber. Was mich wiederum sehr verwunderte und noch neugieriger machte. Daraufhin fing ich an auf eigene Faust zu recherchieren. Ich habe herumgefragt. Im Dorf. In der Nachbarschaft. Bei Menschen wo ich glaubte sie müssten etwas wissen. Sehr wenig konnte ich darüber erfahren. Fand heraus, dass es seit etwa 40 Jahren leer stand. Vorher wurde es lange Jahre vom päpstlichen Ordinariat als Sommerresidenz genutzt, erzählte ein Nachbar. Welchen Zweck es jedoch vorher gehabt hatte, das konnte mir niemand so genau sagen. Jeder wusste etwas zu erzählen, aber keiner kannte wirklich die verborgene Geschichte, die historische Vergangenheit.

Da bin ich aufs Gemeindeamt in Brixen gegangen. Dort erfuhr ich, das Gebäude sei eine alte Struktur, die unter Denkmalschutz steht und die ursprünglich eine Lungenheilanstalt hätte werden sollen. Dass es ein großartiges Projekt gegeben habe. Mehr wüsste man aber auch da nicht.“

„Sind Sie denn wieder zu dem Haus gegangen? Was haben Sie empfunden beim Gedanken daran?“

„Ja, ich konnte diesen Ort einfach nicht mehr aus meinen Gedanken kriegen. Habe ihn aber immer so geheim als möglich gehalten. Einen ganzen Sommer lang. Zwischendurch ihn immer wieder aufgesucht. Zu verschiedenen Tageszeiten. Bei verschiedenen Wetterlagen. Zu allen möglichen Stimmungen. Bin oft mehrere Stunden dort geblieben. Oder auch nur für ein paar Minuten. Habe alles so langsam erkundet. Mir Gedanken gemacht. Mich hingesetzt und nur gehorcht, in die Natur geschaut. Auf mich einwirken lassen. Eines ist mir jedoch mit jedem Besuch bewusster geworden: Immer, wenn ich das Haus wieder verließ, war ich irgendwie erholter. Entspannter. Die Alltagssorgen wie vergessen. Eine ganz neue Erfahrung. Es war so still und einsam hier. Fast zu schade, um es zu verändern. Und doch spürte ich einen großen inneren Drang hier etwas zu machen. Anderen Menschen dieses einmalige Gefühl von Ruhe und Freiheit zugänglich zu machen. Für meine Familie eine neue Herausforderung und Zukunft zu schaffen. Es war jetzt der Zeitpunkt gekommen, wo ich bereits eine tiefe spirituelle Bindung zu diesem nostalgischen Haus entwickelt hatte.“

„Und Ihre Familie? Wusste die denn von dem Haus?“

„Irgendwann, etwa ein Jahr später, habe ich mich dann entschlossen, der Familie von meiner Entdeckung zu erzählen. Die Kinder waren damals noch sehr jung, Petra war 17 Jahre alt und besuchte bereits die Hotelfachschule, Stefan der heute mit seiner Freundin Teresa das Haus führt war damals grad 14, und Martina 11 Jahre alt. Daniel unser Nachzügler noch gar nicht geboren.

An einem wunderschönen Herbsttag haben wir alle gemeinsam einen Familienausflug dorthin unternommen. Obwohl die Kinder noch klein waren, waren sie sofort vollauf begeistert. Aber besonders beeindruckt war meine Frau Gabriela, hatte sie doch gleich gemerkt: Hier ist etwas anders. Hier war „ich“ anders. Ein besonderer Kraftplatz. Die Ruhe war spürbar. Wir alle waren sehr entspannt. Konnten unseren sonst doch stressigen und arbeitsreichen Alltag einfach ausblenden.“

„Und dann? Wann kamen Sie auf die Idee, ein Hotel daraus zu machen?“

„Die Idee war von Anfang an da. Trotzdem entwickelte sich das „Wie und für welchen Gast“ erst langsam. Ein lang gehegter Wunsch von mir nahm immer mehr Gestalt an. Die Überlegungen wurden immer konkreter. Bis im Jahr 2009 die definitive Entscheidung fiel: Es soll unser Hotel werden.

Der Weg dorthin war mühsam und lang. Unzählige Verhandlungen waren notwendig. Schwierig gestalteten sich auch die Umbauarbeiten. Manchmal waren wir auch schon fast am Aufgeben. Immer wieder traten Zweifel auf, die aber Gott sei Dank wie im Winde verwehten. Und wir arbeiteten zielstrebig als ganze Familie gemeinsam an unserem gehegten Traum.

Unzählige Stunden verbrachte ich an diesem Ort. Und immer wieder wurde ich angenehm überrascht. Diese unglaublich klare Architektur. Die Echtheit der Materialien. Der einmalige Zustand nach so langer Zeit. Die Schlichtheit, die einfach nur gut tut. Man ahnte die Seele die hier ein Jahrhundert lang lebte. Dies war ein ganz besonderer Ort, an dem sich ein Gast einfach nur wohlfühlen muss, das spürte ich in jedem Moment. Man sollte hier ankommen und alles ablegen können. Sich frei fühlen. Die Struktur und Lage des Hauses war einfach geschaffen dafür. Unvergleichliche Voraussetzungen für ein ganz besonderes Hotel waren uns auf so wunderbare Art und Weise von der Natur vorgegeben.“





„Welche Vision verfolgten Sie denn mit dem Umbau?“


„Unser Ziel war es von Anfang an, einen Hotelbetrieb zu schaffen, der absolute Entschleunigung ausstrahlt. Innere Ruhe schenkt. Der unseren Blick auf das Wesentliche zu reduzieren vermag. Der Werte vermittelt die gut tun….

Unsere Herausforderung war es, die Ruhe, hörbar zu machen. Das ist unser Leitmotiv. Alles andere, so finden wir, gibt es bereits tausendfach. Jeden Tag erleben wir weltweit Eröffnungen neuer riesiger Hotelkomplexe, die über alle möglichen Infrastrukturen verfügen. Wunderbar, aber nicht unser Ziel. Das was wir anstreben, ist etwas Besonderes, das einem tieferen Lebenssinn entspricht. Was unseren Körper und unsere Seele gleichermaßen berührt.

Alles, was wir brauchen, ist ein Ort, wo wir uns hinsetzen und die Stille genießen können. Wo uns die Natur den Rhythmus vorgibt. Wo wir unseren eigenen Herzschlag hören und den Atem spüren können. Wo wir, wir selbst sein dürfen.

Dies wollen wir im Rosalpina Dolomites auf einzigartige Weise neu erschaffen. Spürbar machen für die Menschen die bei uns Gast sind. Das sehen wir hier als unsere wichtigste Mission als Hoteliers. Wir haben eine klare Vision und diese gilt es Schritt für Schritt zu verwirklichen. Wir wollen, dass sich unser Haus unterscheidet von allen anderen. Nachhaltig und geerdet. Die Abgeschiedenheit als Rückzugsort
 
Das Abendrot hier in den Dolomiten ist mittlerweile einer friedvollen Dämmerung gewichen. Der Wein ist ausgetrunken. Aber sein Geschmack liegt noch angenehm auf der Zunge. Herr Hintereggers Blick schweift über sein Anwesen, erfreut über das Erreichte und voller Tatendrang. Ein Lächeln umspielt seine Lippen. Dann stützt er sich auf die Armlehnen seines Stuhls. Erhebt sich. Wünscht mir mit einem festen Händedruck und freundlicher Stimme noch einen wunderschönen Abend. Und geht, wie seine ureigene Art, gradlinig und bedacht seines Weges.



v.l.n.r. Die Hausherren Stefan und Alois Hinteregger